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Das Team des Arsenals gibt uns im Oktober in seiner Reihe WOMAN MAKE FILM am Samstag, den 29. Oktober 2022 die Möglichkeit, mit „Pazany /Halbwüchsige“ und „Ein Specht kennt keine Kopfschmerzen“ zwei Filme der jungen kirgisischen Regisseurin Dinara Kuldaschewna Asanova zu sehen.

Mit dem kirgisischen Film verbinden wir die berühmten Arbeiten der 60er- und frühen 70er Jahre mit Regisseuren wie Tolomush Okejev (Der Himmel unserer Kindheit), Andrej Kontschalowskij (Der erste Lehrer) oder Gennadi Basarov (Das Feld der Mutter).

Und dann kennen wir auch die Generation der 2000er Jahre wie Aktan Kubat (Besh Kempir, Die Flügel der Menschen) oder Mirlan Abdykalykov (Nomaden des Himmels). Die Zwischengeneration der Regisseure, die Filme zum Ende der Sowjetzeit schufen, haben nur die wenigsten auf dem Schirm. 

Jetzt gibt uns das Filmkunstkino Asenal am Potsdamer Platz die Möglichkeit, Dinara Asanova kennenzulernen – ein großes, viel zu früh verstorbenes Regie-Talent aus Kirgisistan. Sie begann ihre Ausbildung (1959-1962) als Regieassistentin, Editorin und Schauspielerin mit kleinen Rollen im Studio Kirgisfilm. Dann ging sie an das Moskauer Gerassimow-Institut für Kinematographie, von wo sie nach dem Abschluss sofort als Regisseurin bei Lenfilm (1974) engagiert wurde. Hier stellte Dinara Asanova ihr grosses Talent schon mit ihren ersten Filmen „Ein Specht kennt keine Kopfschmerzen“ und „Ein Schlüssel, den man nicht weitergeben kann“ unter Beweis. Ihr größter Erfolg war 1984 der Film „Patzany /Halbwüchsige“, für den sie sogar den Staatspreis der UdSSR bekam. Die mutig erzählte Geschichte eines Pädagogen, der ein Lager für jugendliche Straftäter führt, berührte viele Tabus der Gesellschaft (und musste deswegen mehrfach umgeschnitten werden). Der Film fand großen Widerhall nicht nur bei den Kritikern, sondern auch beim breiten Publikum.  Die ungeschminkte Darstellung der Konflikte und der Stimmung am Ende der Breschnew-Ära und der geschickte Einsatz moderner Musik fand bei den Zuschauern große Resonanz. Unerwartet und mitten in den Dreharbeiten ihres Films „Die Unbekannte“ erlag Dinara Asanova 1985 einem Herzleiden. 

29.10.2022 im Arsenal

19:30 Uhr – „Der Specht zerbricht sich nicht den Kopf„, UdSSR 1975

21:00 Uhr – „Halbwüchsige„, UdSSR 1983

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